Programm der Sommerakademie 2010

Stundenplan

Tag 1: Ankunft und Eröffnung

 

J. Gleditsch: „Arzt sein in Zusammenhang mit den Traditionen des Heilens“

-Eröffnungsvortrag:

  • Die Rolle des Arztes aus der eigenen Erfahrung
  • Stellung des Arztes in der Gesellschaft
  • Medizinische Traditionen (westliche/ östliche/ andere Wurzeln der Medizin)
  • Hippokratischer Eid Stärkung der eigenen Ressourcen
  • Nicht-Arzt sein.


Tag 2: „Der Zugang zum anderen“

 

U . Schwantes: „Kommunikation - den anderen da abholen, wo er steht“

Sprache als Transportmittel der Botschaft an den Patienten

  • Verantwortung für das Ankommen der eigenen Botschaft übernehmen, sich in die Welt des anderen begeben, seine Sprache und Bilder benutzen, die Sprache der Botschaft soweit verändern und wiederholen bis sie ankommt/ in einer Weise, dass der Patient sie annehmen kann.
  • Sprache als Mittel zur kollegialen Unterstützung oder Kritik: Feedback geben, Verbesserungsvorschläge machen, die Feinheiten der Sprache kennen und nutzen.

 

Didier Rouchon: „Die Bewegung des Lebens feiern“

-Körperarbeit

  • Bewegung, Veränderung und Ablösung verschiedener Phasen annehmen und zelebrieren
  • Bewegung als Möglichkeit, Blockaden zu lösen, Schmerzen/eingeschränkte Bewegungsfähigkeit wieder in Fluss bringen
  • Körpergefühl als Anker für Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen – handeln, zum eigenen Standpunkt stehen, sich unmissverständlich ausdrücken durch Körpersprache;


Tag 3: „Eine Medizin der Gesundheit“

 

Klaus Platsch: „Was ist Gesundheit und Heilung?“

"Das tiefste Potential von Heilung liegt als ein heilendes Feld jenseits des medizinischen Wissens und äußerer Methoden und erschließt sich in einem freien, unkonditionierten Raum aller Möglichkeiten." "Körper, Geist und Seele bilden eine ungeteilte Einheit. Jeder Mensch ist in der Tiefe heil und ganz. Ärztliches Handeln ist ein Bemühen, den kranken Menschen an seine im selbst innewohnende Heilkräfte heranzuführen." "Der Mensch ist weit mehr als das nur äußerlich Sichtbare."

  • Was heilt? Die heilende Haltung/ das heilende Feld: das Bewusstsein vom ewig Heilen in jedem Menschen
  • Was ist Heil-Sein? Alle Ebenen/ verschiedene Aspekte des Menschen berücksichtigen. (körperlich, psychisch, sozial, spirituell)
  • Mit Krankheit, Vergänglichkeit und Tod umgehen können.

 

Rebekka Hoffmann: „die Hände sind die Verlängerung des Herzens“

-Körperarbeit

  • Berührung als Ausdruck des Mitgefühls; die Haltung von Mitgefühl und Respekt in der Therapie; die Würdigung der Gefühle und Schmerzen des anderen;
  • Berührung als Möglichkeit mit dem Unaussprechbaren aus tiefstem Herzen und mit voller Aufmerksamkeit Kontakt aufzunehmen;
  • Berührung als Ausdruck der Verbundenheit – wir alle brauchen Nähe, Verbundenheit, Unterstützung, Berührt-Sein

 

 

Tag 4: „Das Bild der Welt – das Bild des Menschen“

 

Peter Heusser: „Wissenschaft und Erkenntnis“

 

 1.Teil  "Subjekt-Objekt":

  • Wovon gehen wir eigentlich aus, was prägt unsere Vorstellung?
  • Wie formt unsere Erwartung die Welt, in der wir leben?

 

Pause

 

2.Teil "Emergenz":

  • Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile und lässt sich aus der kausalen Verfolgung der einzelnen Teile nicht vorhersagen.
  • Anwendung für das menschenbild und die Medizin

 

Freier Nachmittag / Open Space Arbeit

  • Das Potenzial und die Erfahrungen der Teilnehmer 

 

 

Tag 5: „Wie können wir heil sein und heilen?“

 

Klaus Platsch: „das eigene Heil in uns - die Entwicklung menschlich-ganzheitlicher Kompetenz für eine heilsame, integrierte Arztpersönlichkeit“

  • Integrität verkörpern
  • Ich bin mein erster Patient
  • Verantwortung übernehmen – nicht nur Opfer der Umstände (z.B. Medizinsystem) sein, die Welt erschaffen, in der wir leben wollen
  • Sich selbst in seiner Ganzheit von Körper, Psyche und spirituellem Sein entdecken; Frieden schließen mit sich und der eigenen Geschichte
  • den Qunatensprung im Bewusstsein vollziehen - d.h. die atomistisch trennende Vorstellung von der Welt einbinden in eine allumfassende Verbundenheit und Einheit allen Seins; von diesem Ort der Verbundenheit emergieren eine selbstverständliche, natürliche  Ethik, tiefstes Mitgefühl, Anteilnahme und Liebe in den menschlichen und heilenden Beziehungen. Diese Fähigkeiten sind Teil einer umfassend kompetenten Arztpersönlichkeit. Sie erweitert die professionelle Kompetenz um die Dimensionen heilsamer Beziehungsfähigkeit und ungeahnter heilender Möglichkeiten im heilenden Feld in Verbindung und in Ehrfurcht vor der Quelle des Lebens. Nicht ich heile - es heilt.